Zur Situation der Flüchtlinge in Italien

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„Vai Via!“ lautet der Titel des Berichts zur Situation der Flüchtlinge in Italien. Vai Via bedeutet soviel wie „Verschwinde!“, und viele Flüchtlinge benutzen den Begriff um zu beschreiben, welche Erfahrung sie in Italien gemacht haben. Auf der Suche nach Unterkunft, Arbeit, Essen, Bildung, immer wieder hörten sie ein „Vai Via“.

Der Bericht ist Ergebnis einer rund einjährigen Recherche in den italienischen Städten Mailand und Florenz. Er beschreibt eindrücklich die äußerst prekäre Lage der Flüchtlinge in Italien und erklärt, wieso viele Flüchtlinge, trotz nomineller Anerkennung durch den italienischen Staat, nicht in Italien bleiben können, sondern in der Hoffnung auf ein würdiges Leben in andere Staaten der EU weiterziehen. Dort droht ihnen jedoch die Rückschiebung nach Italien, eine Erfahrung, die viele Flüchtlinge schon vielmals gemacht haben.

Der Bericht stellt einen Beitrag zur derzeit laufenden Debatte um den gegenwärtigen Zustand des Asylsystems in der EU dar und fordert eine Neuorientierung ein: Das Wohlergehen der Flüchtlinge muss wieder in den Mittelpunkt des Asylrechts gerückt werden.

Der Bericht kann als PDF heruntergeladen werden. Eine gedruckte Version ist gegen den Preis von EUR 3 unter office@bordermonitoring.eu bestellbar.

Update, 15.6.2013 Die Situation der Flüchtlinge in Italien ist mittlerweile stärker ein Thema in Deutschland geworden. Denn rund 300 Flüchtlinge aus Italien sind mittlerweile in Hamburg angekommen: Lampedusa in Hamburg. Hamburg will mit Verweis auf die geltende Rechtslage die Flüchtlinge wieder nach Italien zurückschieben, was zu einer Debatte in der Hamburger Bürgerschaft geführt hat, vgl. etwa dieser Redebeitrag. Mittlerweile gibt es auch einen ersten Beschluß des VG Meiningen, der u.a. auf Grundlage unseres Berichts zu dem Schluß kommt, dass Anhaltspunkte dafür [bestehen], dass der in Italien europarechtlich zu gewährleistende Schutz für Asylbewerber im Kern nicht sichergestellt ist.

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